Nada te turbe,                                                    (Nichts soll dich verwirren/ängstigen)

nada te espante;                                                 (nichts dich erschrecken;)

todo se pasa                                                        (alles vergeht)

Dios no se muda.                                                Gott ändert sich nicht)

La paciencia                                                        ( Geduld)

todo lo alcanza.                                                  (erlangt alles)

Quien a Dios tiene                                             (Wer Gott hat)

nada le falta.                                                      (dem fehlt nichts)

Solo Dios basta.                                                 (Gott allein genügt)

Teresa von Avila

(von Horst Fix)

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Datei:See in the moonlight by Caspar David Friedrich.jpg

Das obige Bild – Seestück bei Mondschein von Caspar David Friedrich (um 1830/1835; Leipzig, Museum der bildenden Künste),  – zeigt nach meiner Interpretation unsere Lebensreise im kleinen Schiff, in dunkler Welt, den Elementen ausgesetzt, umgeben vom himmlischen Licht, begleitet und geborgen in Jesus, dem Licht der Welt.

(von Horst Fix)

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Auch wenn die Scheichs den Salvator Mundi von Leonardo da Vinci, das teuerste Bild der Welt, für über 400 Millionen gekauft haben, Christus bleibt unser Retter, unser Erlöser (und die Scheichs werden sich noch wundern, was er mit ihnen anstellen wird). Und El Greco (s.u.) hat ihn weit expressiver visualisiert, seine feierliche Heiligkeit weit beeindruckender ausgedrückt als der hochberühmte Leonardo (s.o.), hat Herrlichkeit eindrücklich so dargestellt, wie sie sich in der Bibel offenbart und uns damit den Erlöser ganz nahe gebracht : rechts die M a c h t des Herrn über die Welt, links seine Z u w e n d u n g im Segen, machtvoller Blick aus liebevollen Augen , und das Ganze himmlisch leuchtend, in überirdischem Glanz, das Licht der Welt.

Denn: „…das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit“, Jesus kam in die Welt, um uns seine Herrlichkeit zu offenbaren (die uns schon in diesem Leben Hilfe und Freude schenkt, aber auch herausfordert) und um die Voraussetzungen zu schaffen, dass wir als Kinder Gottes in Herrlichkeit auferweckt werden (1.Kor 15,43), dass unser Leib gleichförmig wird seinem Leib der Herrlichkeit (Phil 3,21) und dass wir in der von der Herrlichkeit Gottes erleuchteten himmlischen Heimat (Offb 21,23) den unvergänglichen shalom, das größte denkbare Glück erleben können, wenn wir nur – glauben.

Welch eine Perspektive !

(von Horst Fix)

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Gottesdienst zur Osternacht 2016, gehalten in Stein

Stille

Begrüßung (Eingangsgebet)

Gemeinde
Psalm 22 –1-7,15 ,16, 20-22,24,25

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen ?
Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,
und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.
Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.
Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus.
Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volke…
Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Knochen haben sich voneinander gelöst;
Mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs.
Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt mir am Gaumen,
und du legst mich in des Todes Staub.
Aber du Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen !
Errette meine Seele vom Schwert, mein Leben von den Hunden !
Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und vor den Hörnern wilder Stiere –
Du hast mich erhört !
Rühmet den Herrn, die ihr ihn fürchtet; ehret ihn, ihr alle vom Hause Jakob,
und vor ihm scheuet euch, ihr alle vom Hause Israel !
Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen,
und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen;
und als er zu ihm schrie, hörte er’s.

Stille

Vorleser: Joh 19, 17 und 18, 28-30, 38-42
Und er selbst trug sein Kreuz und ging hinaus nach der Stätte, genannt Schädelstätte, die auf hebräisch Golgatha heißt, wo sie ihn kreuzigten, und zwei andere mit ihm, auf dieser und auf jener Seite, Jesus aber in der Mitte.
Danach, da Jesus wusste, dass alles schon vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet ! Es stand da ein Gefäß voll Essig. Sie legten nun einen Schwamm voller Essig um einen Ysop und brachten ihn an seinen Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.
Danach aber bat Josef von Arimathia , der ein Jünger Jesu war, aber ein geheimer aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leib Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Er kam nun und nahm den Leib Jesu ab. Es kam aber auch Nikodemus, der zuerst bei Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, ungefähr hundert Pfund. Sie nahmen nun den Leib Jesu und wickelten ihn in Leinentücher mit den wohlriechenden Ölen, wie es bei den Juden zu bestatten Sitte ist. Es war aber an dem Ort, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und in dem Garten eine neue Gruft, in die noch nie jemand gelegt worden war. Dorthin nun legten sie Jesus, wegen des Rüsttags der Juden, weil die Gruft nahe war.

Nikodemus: Ach Joseph, wer hätte das gedacht !
Joseph: Ja, Nikodemus, wer hätte gedacht, dass wir hier einer so traurigen Pflicht nachgehen müssen statt wie alle erwartet haben den Anbruch des Reiches Gottes mitzuerleben, mit dem Messias das Land von dem Römern zu säubern, mit ihm die große Befreiung, mit ihm shalom , das umfassende unvergängliche Heil und Glück zu genießen und zu feiern ! Stattdessen Folter, Schmerz und brutale Hinrichtung, schmählicher Tod, schmähliches Begräbnis unserer letzten Hoffnung.
Nikodemus: Ja, einer dessen Name schon Retter bedeutet, der alles wusste, der die Liebe in nie dagewesener Art und Weise verkörperte -, der Wunder tat, ja sogar Tote auferweckte – der ist nun selber tot, endgültig , er hat sich und uns nicht gerettet– und wir können nichts tun außer ihm ein würdiges Begräbnis zu ermöglichen. Das ist der schlimmste Tag meines Lebens !
Joseph: Denk nur daran, wie er am Kreuz hing, wie sie ihn quälten, wie sein ganzer Körper, wie sein ausdrucksvolles Gesicht so grausam verunstaltet war. Wie konnte e r das nur ertragen, wo wir, seine Freunde und Jünger, schon vom Anblick halb wahnsinnig wurden ?
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Stille

Lied 85 O Haupt voll Blut und Wunden, 1-3,

O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron,
O Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist Du mir !

Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut
Das große Weltgewichte: wie bist du so bespeit,
wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht,
dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht ?

Die Farbe deiner Wangen, der roten Lippen Pracht
Ist hin und ganz vergangen; des blassen Todes Macht
Hat alles hingenommen, hat alles hingerafft,
und daher bist du kommen von deines Liebes Kraft.

Stille

Joseph: Du bist doch einer der größten Rabbiner unserer Zeit – hast Du denn auch keine Erklärung, keinen Hinweis aus der Schrift oder aus Jesu Aussagen, dass nicht vielleicht doch noch Rettung möglich ist ? Ihr Gelehrten könnt doch auch sonst die widersprüchlichsten Dinge, die wildesten Ideen tiefgründig beweisen !
Nikodemus: Ich hab schon hin und her überlegt – und am Ende kommt immer genau das heraus: Hin und Her, Ja und Nein, Hoffnung und Enttäuschung, Rettung und Verzweiflung. Das überfordert mich total, es treibt mich Tag und Nacht um. Du weißt, ich war ja des Nachts einmal bei Jesus und er hat mir dort ganz Grundlegendes erklärt: . Das eine davon hab ich ganz gut verstanden: jeder muss, wenn er ins Reich Gottes kommen will, „neu geboren werden“ – so sagte er und meinte damit: jeder muss von seiner Sünde sich abkehren und sich hin zum Herrn wenden. Er muss nicht alle Gebote perfekt erfüllen – das geht gar nicht –sondern er muss dem Herrn vertrauen und versuchen, den Willen Gottes zu tun. Versuchen, hörst Du ! Das ist doch eine sehr gute Botschaft, Glauben ist nicht Leistung erbringen, sondern Vertrauen auf die Gnade Gottes !
Joseph: Und das andere ?
Nikodemus: Ja, das war sehr rätselhaft. Er sprach davon, dass der Menschensohn erhöht werden muss so wie Mose die Schlange in der Wüste erhöhte, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. Johannes berichtet in seinem Evangelium, dass Jesus diese Erhöhung noch mehrere Male betonte und dass jeder, der den Sohn (und damit den Vater) in dieser Erhöhung sieht und an ihn glaubt, das Heil erlangt.
Joseph: Die Geschichte kenne ich: das Volk war mal wieder ungehorsam, Schlangen kamen und töteten viele. Da errichtete Mose auf Geheiß des Herrn eine eherne Schlange und brachte sie auf einer Stange an– und jeder der auf sie blickte, der überlebte. Aber was hat das mit uns , mit heute, zu tun, wo ist diese ominöse Erhöhung, auf die wir blicken sollen ?
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Stille

Lied 85 , 4 und 10 , Nun, was du Herr, erduldet, ist alles meine Last;
Ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat.
Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad.

Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod,
und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot.
Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll,
dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Stille

Nikodemus: Ja eben, wo ist der Bezug der Mose-Geschichte , der Bezug von Erhöhung und Hinschauen , zu unserem Leben ? Das weiß ich auch nicht. Ich denke, – aber das ist eben sehr unsicher – dass Jesus damit meinte: wir sollten auf ihn schauen, wenn er erhöht , also gekreuzigt ist, und dann sehen, was er getan hat, ihm deshalb glauben , dann bekämen wir das ewige Leben ! Aber wenn er gekreuzigt ist, dann ist er doch tot ! Wie sollte er uns da zum ewigen Leben führen können ? Und: Warum sollten wir diese Niederlage anschauen ? Warum sich in sinnloses Leiden vertiefen ? Ich bin völlig ratlos.
Joseph: Aber da muss man schon noch weiterdenken, schon gar als Rabbiner. Mir fallen dazu nun, wenn Du das erzählst, schon einige Punkte ein, die dem Ganzen vielleicht doch einen Sinn geben. Jesus hat dreimal angekündigt, dass er leiden und sterben m u s s – sein Sterben muss also einen Sinn haben. Und jetzt erst fällt mir auf, dass er auch ankündigte, dass er am dritten Tage wieder auferstehen würde, also gar nicht endgültig sterben würde ! Da gibt es also doch noch eine Chance ! Und zum Tod: Jesus ist nicht einfach so, einfach passiv gestorben, er hat vielmehr seinen Geist aktiv aufgegeben, dem Vater übergeben, nachdem er feststellte: es ist vollbracht. Da muss doch ein Sinn dahinterstecken ! Was war denn vollbracht ? Dazu passt auch die Aussage, die Johannes überliefert: Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, um es wiederzunehmen. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen. Ja, vielleicht nimmt er es wieder, vielleicht beginnt er wieder zu leben ?!
Nikodemus: Irgendwie hast Du recht, ich bin vielleicht einfach zu deprimiert , um klar zu denken. Auch dass er dem einen Verbrecher, der mit ihm gekreuzigt wurde, dann aber das tat, was Jesus verlangt – Umkehr von den eigenen Sünden – dass er diesem Verbrecher versprochen hat, heute noch mit ihm im Paradies zu sein, ist merkwürdig. Das kann keiner versprechen, der ganz normal stirbt. Aber andererseits: tot ist tot. Noch niemand hat sich je selber auferweckt, – und wenn Jesus so mächtig gewesen wäre, wenn er wirklich Gottes Sohn wäre: warum hätte er sich Folter, Qual, Spott zufügen lassen, immerhin hat er den Anklagen nicht wirklich widersprochen ! Warum hätte er die freche Bande der Römer nicht einfach hinweggefegt ? Warum vor allem hätte er geschrien: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen ? Das passt alles nicht zusammen, da dreht sich schon wieder alles in meinem Hirn !
Joseph: Ich glaube, wir kommen durch noch so konsequentes Nachdenken nicht dahinter – vielleicht sollten wir einfach hoffen, dass am dritten Tage (wie Jesus angekündigt hat) wirklich etwas geschieht, das unsere Trauer und Verzweiflung in Freude umwandelt und das das Rätsel auflöst, das hinter diesem schrecklichen Kreuzestod und der Anweisung, gerade da hinzuschauen, steckt.

Stille

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Lied 93, 1 und 2

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes überaller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Nun in heilgem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha.
Tief und tiefer wir uns neigen vor dem Wunder, das geschah,
als der Freie ward zum Knechte und der Größte ganz gering,
als für Sünder der Gerechte in des Todes Rachen ging.

Stille

Vorleser: Lukas 24,1-9
An dem ersten Wochentag aber, ganz in der Frühe, kamen sie zu der Gruft und brachten die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein von der Gruft weggewälzt; und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht. Und es geschah, als sie darüber in Verlegenheit waren, siehe, da standen zwei Männer in strahlendem Gewand bei ihnen. Als sie aber von Furcht erfüllt wurden und das Gesicht zur Erde neigten, sprachen sie zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten ? Er ist nicht hier, sondern ist auferweckt worden. Gedenkt daran, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war, indem er sagte: Der Sohn des Menschen muss in die Hände sündiger Menschen überliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte; und sie kehrten von der Gruft zurück und verkündeten dies alles den Elfen und den übrigen allen.
Johannes 20,11-17: Maria aber stand draußen bei der Gruft und weinte. Als sie nun weinte, bückte sie sich vornüber in die Gruft und sieht zwei Engel in weißen Kleidern dasitzen, einen bei dem Haupt und einen bei den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte. Und jene sagen zu ihr: Frau, was weinst du ? Sie spricht zu ihnen: Weil sie meinen Herrn weggenommen und ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegt haben. Als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich zurück und sieht Jesus dastehen; und sie wusste nicht, dass es Jesus war. Jesus spricht zu ihr: Frau , was weinst du ? Wen suchst du? Sie, in der Meinung, es sei der Gärtner, spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen , so sage mir, wo du ihn hingelegt hast ! Und ich werde ihn wegholen. Jesus spricht zu ihr: Maria! Sie wendet sich um und spricht auf hebräisch: Rabbuni! Das heißt Lehrer. Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an ! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott.

Nikodemus: Ja, Joseph, nun ist der dritte Tag schon bald vorbei, seitdem wir Jesu Leichnam vom Kreuz abgenommen und ins Grab gebracht haben. Nichts ist geschehen. Nichts, rein gar nichts ! Wir haben wohl doch auf den Falschen gesetzt, Jesus war nicht der Sohn Gottes, für den wir ihn hielten, obwohl doch zunächst alles danach aussah. Wir haben die ganzen Risiken, Anstrengungen und Ängste –an ihn zu glauben, ihn zu unterstützen und das heimlich, in unserer Position als Mitglieder des Hohen Rats, der ihm feindlich gesonnen war – all das haben wir vergeblich auf uns genommen.
Joseph: Wir müssen uns wohl damit abfinden, dass wir alles falsch verstanden haben, unser Leben wird weiterhin aus Not und Schmerz bestehen, die Verheißung von dauerhaftem Glück, von Nähe und Hilfe des menschenfreundlichen Gottes, als dessen Verkörperung wir Jesus ansahen, diese Verheißung war eine Luftnummer, ein leeres Versprechen. Das ist bitter.

Zwei Frauen kommen.
Frau 1: Was habt i h r denn ? Ihr seht ja völlig verzweifelt und deprimiert aus ! Dabei gibt es doch heute wirklich die beste Nachricht aller Zeiten: Jesus lebt !
Nikodemus: Ach was ! Echt jetzt ? Habt ihr was geraucht ?
Joseph: Nicht so negativ, Nikodemus, vielleicht wollen sie uns ja auch nur trösten ! Sie meinen es bestimmt gut .
Frau 2: Gott meint es gut mit euch und mit uns. Jesus ist auferstanden. Wir waren an seinem Grab und es war leer.
Nikodemus: Na und, wahrscheinlich Leichenräuber. Oder ihr wart am falschen Ort .
Frau 1: Nein, nein, ein Engel hat uns Auskunft gegeben, dass Jesus auferstanden ist.
Nikodemus: Ein Engel, sicher, ganz bestimmt. Das müssen starke Pilze gewesen sein, die ihr da zu euch genommen habt. Wahrscheinlich erzählt ihr uns jetzt noch, dass ihr Jesus selber gesehen habt ! Nur um euch wichtig zu machen !
Frau 1: Woher weißt Du ? Genau das ist passiert: Allerdings haben wirs nicht richtig geblickt und ihn für den Gärtner gehalten, aber er hat uns schnell aufgeklärt. Was seid ihr nur für misstrauische Leute !
Frau 2: Ja genau, Was seid ihr eigentlich für apathische passive pessimistische Schwächlinge ! Seid ihr denn überhaupt Männer ?
Nikodemus: Eins ist klar: so hysterisch-überdreht wie ihr seid – da weiß man ganz schnell, dass ihr Frauen seid ! Und nur weil ihr euch einbildet, der Herr sei euch erschienen braucht ihr noch lange nicht pampig zu werden. Unverschämt sein macht jedenfalls kein bisschen glaubwürdiger !
Joseph: Man weiß ja, wenn man sich etwas ganz intensiv wünscht, dann kann man schon mal eine Vision haben, in der dieser Wunsch in Erfüllung geht.
Frau 1: Wer so abgrundtief misstrauisch ist wie ihr, der hat es wirklich schwer, überhaupt zu glauben, überhaupt eine persönliche Beziehung mit Jesus einzugehen. Immer nur zweifeln, immer skeptisch sein und hinterfragen, kein Wunder, dass ihr so unglücklich seid.
Nikodemus: Ja, ihr seid eben doch sehr einfache Gemüter. Uns aber, uns reicht ein einfacher Bericht darüber, dass Jesus lebt, bei weitem nicht. Wieso lebt er, wenn er doch tot war ? Was hat er mit seinen Aussagen zur Erhöhung, zum Hinschauen auf ihn am Kreuz gemeint ? Und was hat sein Leiden und Sterben – wohlgemerkt: das Leiden und Sterben des Sohnes Gottes – für einen Sinn gehabt ? Wie kann Gott denn sterben ? Wir müssen verstehen, der Glaube muss uns einleuchten, er darf nicht aberwitzig sein. Könnt ihr uns dabei helfen, könnt ihr auf unsere Fragen antworten ?
Frau 2: Nein, wir können nur kindlich glauben, dem Herrn, dessen Güte und Macht wir erlebt haben, kindlich vertrauen – aber genau das hat Jesus immer gefordert, das ist die Demut, von der ihr oft redet, die ihr aber nicht besitzt. Vielleicht hilft euch ja der Hinweis des Engels darauf, dass Jesus sein Leiden, seinen Tod u n d seine Auferstehung dreimal vorher angekündigt hat – und dass genau das, was er damit voraussagte, jetzt eingetreten ist . Ich denke, ihr glaubt nicht im Ernst, dass wir einerseits ein wenig unterbelichtet sind, aber andererseits solch komplizierte Botschaften eines Engels erfinden könnten.
Und zum Hinschauen: Schaut nicht zwanghaft n u r auf den Gekreuzigten, schaut a u c h auf den Auferstandenen, nur beide zusammen sind eure Rettung, nur beide zusammen bringen euch das Heil, das ihr ersehnt.
Aber da kommen zwei seiner Jünger, vielleicht können die euch Bedenkenträgern ja die ganze Geschichte so erklären, dass auch ihr glauben könnt. Wir wünschen es euch von Herzen.
Alle drei Frauen sagen: Wir jedenfalls wissen: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.

Stille

Osterkerze

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Lied 863,1-3
Freuet euch, das Grab ist leer! Er ist auferstanden! Dem Tode ist die Macht genommen ! Jesus ist der Herr ! Jesus ist der Herr !
Der Tod war bisher für alle das Letzte, auch dann, wenn man noch die Gräber verziert. Doch unser Herr lebt, und man kann ihm begegnen, die ganze Welt wird von ihm regiert.
Freuet euch, das Grab ist leer! Er ist auferstanden! Dem Tode ist die Macht genommen ! Jesus ist der Herr ! Jesus ist der Herr !
Er wurde gesehen, man hat ihn gesprochen, er aß mit den Jüngern Fische und Brot. Er hat ihnen Auftrag und Vollmacht gegeben, dem Petrus half er aus seiner Not.
Freuet euch, das Grab ist leer! Er ist auferstanden! Dem Tode ist die Macht genommen ! Jesus ist der Herr ! Jesus ist der Herr !
Wir brauchen nicht leeren Worten zu glauben! So wie er gesagt hat, ist es geschehn. Nun ist er der Sieger, der Fürst allen Lebens ! Wenn er ruft, werden wir auferstehn.
Freuet euch, das Grab ist leer! Er ist auferstanden! Dem Tode ist die Macht genommen !Jesus ist der Herr ! Jesus ist der Herr !

Vorleser: Lukas 24,13-21,25-32
Und siehe, zwei von ihnen gingen an diesem Tag nach einem Dorf mit Namen Emmaus.. Und sie unterhielten sich miteinander über dies alles, was sich zugetragen hatte. Und es geschah, während sie sich unterhielten und miteinander überlegten, dass sich Jesus selbst nahte und mit ihnen ging; aber ihre Augen wurden gehalten, so dass sie ihn nicht erkannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr im Gehen miteinander wechselt ? Und sie blieben niedergeschlagen stehen. Einer aber, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der einzige, der in Jerusalem weilt und nicht weiß, was dort geschehen ist in diesen Tagen? Und er sprach zu Ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, mächtig im Werk und Wort vor Gott und dem ganzen Volk; und wie ihn die Hohepriester und unsere Obersten zum Todesurteil überlieferten und ihn kreuzigten. W i r aber hofften, dass er der sei, de Israel erlösen solle…Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen und im Herzen zu träge, an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben ! Musste nicht der Christus dies leiden und in seine Herrlichkeit hineingehen ? Und von Mose und den Prophetenanfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf. Und sie näherten sich dem Dorf, wohin sie gingen; und er stellte sich, als wollte er weitergehen. Und sie nötigten ihn und sagten: Bleibe bei uns! Denn es ist gegen Abend, und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch lag, nahm er das Brot und segnete es; und als er es gebrochen hatte, reichte er es ihnen: Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn; und er wurde vor ihnen unsichtbar. Und sie sprachen zueinander: brannte nicht unser Herz in uns, wie er auf dem Weg zu uns redete und wie er uns die Schriften öffnete ?

Emmausjünger 1 und 2: Halleluja ! Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
Nikodemus: Die also auch !
Joseph: Wie kommt ihr dazu, haben euch die hysterischen Frauen angesteckt, haben sie euch auch ihre Geschichtchen von Jesus erzählt ?
Jünger 1: Nein, e r selbst hat sich uns offenbart !
Jünger 2: Wir sind keine Junkies. ER hat uns die ganzen Geheimnisse erklärt, die mit seinem Tod und seiner Auferstehung zusammenhängen und dann hat er mit uns das Mahl gefeiert.
Nikodemus und Joseph:
Bitte erzählt, erzählt uns bitte von diesen Geheimnissen !

Lied 100 Wir wollen alle fröhlich sein 1-4

Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit; denn unser Heil hat Gott bereit. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.
Es ist erstanden Jesus Christ, der an dem Kreuz gestorben ist, dem sei Lob, Ehr zu aller Frist. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.
Er hat zerstört der Höllen Pfort, die Seinen all herausgeführt und uns erlöst vom ewgenTod. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.
Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob und Preis, der uns erkauft das Paradeis. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Jünger 1: Auch wir hatten Jesu Prophezeiungen – dass er leiden, sterben und auferstehen würde –gehört, aber nicht verstanden, auch wir waren völlig verzweifelt. Doch der Herr hat es uns erklärt: auf diese Weise –indem Jesus als menschgewordener Gott, als wahrer Mensch, aus Liebe zu uns Menschen am Kreuz erhöht wurde, für uns gestorben ist u n d am drittenTage wieder auferstand – auf diese Weise konnten wir und können alle Menschen s e h e n , wie Sünde durch Blutvergießen und Tod bestraft und damit der Heiligkeit Gottes Genüge getan wird und e r k e n n e n , dass die tödliche Wirkung der Sünde grundsätzlich durch den Willen Gottes aufgehoben und damit der Tod besiegt ist. Nur so wird es möglich, durch Hin-Schauen auf den erhöhten, den gekreuzigten, aber eben auch den auferstandenen Christus, durch Glauben an ihn, an die durch ihn in seinem Leben, in Kreuz und Auferstehung offenbarte frohe Botschaft, das ewige Leben zu erlangen. In seinem Leben und vor allem in seinem Kreuzestod hat er uns sein Wesen, das Heiligkeit und Liebe ist, g e z e i g t . Alle, die das sehen, alle, die auf ihn schauen, alle, die ihn deshalb lieben und versuchen, seinen Willen zu tun, können so erlöst werden und ins Reich Gottes kommen. Der Menschensohn musste am Kreuz erhöht werden, damit alle ihn und mit ihm auch den Vater sehen können, damit alle hinschauen können auf das, was er für sie tat, darauf, was es ihn kostete, uns unsere Sünden zu vergeben und uns vor der ewigen Strafe zu retten.
Jünger 2: Das Kreuz ist nicht nur ein Zeichen dafür, wie grausam Menschen sein können, es ist auch der sichtbare Beweis unserer Rettung. Wer an den Gekreuzigten und Auferstandenen glaubt, für den gilt, was Jesus gesagt hat: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Für alle Zeiten hat sich Gott nun nicht nur durch sein Wort geoffenbart, sondern auch in einem für alle sichtbaren Zeichen seiner Liebe, so dass die Menschen, die ja immer sichtbare Beweise brauchen, die immer auch erleben, sehen, wahrnehmen müssen, um glauben zu können, nun den allezeit sichtbaren Beweis der Liebe Gottes vor sich haben und diese anschaulich begreifen können, wenn sie nur bereit sind, hinzuschauen.
Nikodemus: Ja, das ist es. Das kapier ich nun, vor allem mit dem Wissen um die Auferstehung, die man ja ebenso wie die Kreuzigung als E r h ö h u n g verstehen kann und die zeigt, dass Gott n i c h t tot ist, dass die Kreuzigung eben n i c h t das Ende war. Nun gibt alles endlich einen Sinn: – Gott wurde Mensch, oder wie Johannes sagt: das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit a n g e s c h a u t , Jesus hat Gott sichtbar und offenbar gemacht. Wir sollten s e h e n wie Gott ist, was Herrlichkeit bedeutet. Und wir s a h e n das tatsächlich: seine Liebe zu uns, die für uns bis zum Äußersten, bis zum Kreuz ging –- und seine Heiligkeit und Macht, die ihn Wunder tun und auferstehen ließ. Und wir sollen diese Herrlichkeit, sollen Kreuz und Auferstehung, Liebe und Heiligkeit, Macht und Zuwendung, immer und immer wieder im Glauben anschauen, uns an dem Erhöhten orientieren, so wie es im Hebräerbrief steht: Lasst uns …mit Ausdauer laufen in dem vor uns liegenden Wettkampf , indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Ja, Leute schaut auf Jesus, den nun im doppelten Sinne Erhöhten, wieder zum Herrn und Gott Gewordenen, schaut auf diesen unsern Herrn, schaut auf seine Herrlichkeit -und ihr werdet Heil und Rettung erfahren.

Stille

865
Herr, dein Name sei erhöht, Herr ich singe dir zur Ehre.
Danke, dass du in mir lebst, danke für deine Erlösung.
Du kamst vom Himmel herab, zeigst uns den Weg.
Herr, du hast am Kreuz bezahlt für meine Schuld.
Und sielegten dich ins Grab, doch du stiegst zum Himmel auf.
Herr, dein Name sei erhöht.

Lied 394
Nun aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt!
Wir gehen an unsers Meisters Hand, und unser Herr geht mit

Vergesset, was dahinten liegt und euren Weg beschwert;
Was ewig euer Herz vergnügt, ist wohl des Opfers wert.

Und was euch noch gefangen hält, o werft es von euch ab!
Begraben sei die ganze Welt für euch in Christi Grab.

So steigt ihr frei mit ihm hinan zu lichten Himmelshöhn.
Er uns vorauf, er bricht uns Bahn – wer will ihm widerstehn ?

Drum aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt!
Wir gehen an unsers Meisters Hand, uns unser Herr geht mit.

899 Ruft zu dem Herrn

Mein Jesus, mein Retter, keiner ist so wie du.
Mein Tröster, mein Helfer, du bist mir Zuflucht und Kraft.
Lobpreis sei dir jeden Tag mehr für deine große Liebe, Herr.
Alles in mir beugt sich vor dir.
Du bist hoch erhoben, Herr.
Ruft zu dem Herrn, alle Enden der Welt, Ehre und Dank dem der alles erhält.
Himmel und Erde erhebt ihn uns singt, wenn sein Name erklingt.
Wir preisen dich, du hast Großes getan. Wir kommen vor dich und beten dich an.
Dank sei dir Herr, du bist unvergleichlich gut.

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Frau 1: Endlich, endlich, endlich: nun haben‘s die klugen Theologen auch verstanden, nun können auch die komplizierten Gemüter endlich fröhlich- wenn auch komplizierter als wir – glauben und damit in diesem Leben schon die Liebe und Nähe Gottes erfahren. Und nach dem Tod in seinem Reich allumfassendes unvergängliches Glück genießen. Was kann es Schöneres geben ! Als Kind Gottes, seiner Herrlichkeit nahe, selbst umgestaltet in Herrlichkeit, ewig zu leben.
Frau 2: Und dafür muss man nicht wirklich Schwieriges tun, man muss nicht perfekt und sündlos sein, man muss nur versuchen, die Sünde bleiben zu lassen, man muss immer nur hinzuschauen versuchen darauf, was Jesus gesagt und getan hat, versuchen, sich an ihm zu orientieren. Versuchen, hört ihr, und Hinschauen auf den Erhöhten ! Das ist doch wirklich eine befreiende frohe Botschaft, ein wirklich attraktives Angebot, wenig Aufwand, aber der größte vorstellbare Ertrag !
Joseph: Wir sollten diese Botschaft den vielen vielen weitergeben, die noch nie etwas davon gehört haben, damit auch ihr Leben sich wirklich voll entfalten kann, damit sie wirklich im umfassenden und richtigen Sinne reich werden können.
Nikodemus: Und auch denen, die schon vieles gehört , aber wie ich es doch nicht wirklich verstanden haben, auch denen müssen wir diese wunderbare Botschaft weitersagen, sie ihnen immer wieder und immer besser erklären, bis sie sie richtig verstehen und für ihr eigenes Leben segensreich anwenden können.
Jünger 1: Ja, die Leute müssten merken, dass sie – wenn sie an Jesus glauben – nur zu gewinnen haben. Wenn sie nur genau hinschauen, sich an ihm, dem menschgewordenen Gott ausrichten, ihn als Vorbild nehmen, wird sich ihr Leben schon auf dieser Welt zum Guten wenden und später im Himmelreich wird es ihnen – wie schon der Psalmist sagt – an nichts mangeln, für immer.
Jünger 2: Dafür, für diese grandiose Perspektive, sollten wir unserem Herrn, dem Erlöser , dem wahren Retter der Welt, danken.
Und wir sollten das Glauben an ihn, das Hinschauen, das Orientieren an ihm immer wieder üben.

Stille

115,1-2,4-5 Jesus lebt

Jesus lebt, mit ihm auch ich ! Tod, wo sind nun deine Schrecken ?
Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt, ihm ist das Reich über alle Welt gegeben;
Mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt ! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben;
Reines Herzens will ich sein, bösen Lügen widerstreben.
Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht.

Jesus lebt ! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

943
Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

932 Allein deine Gnade genügt
Allein deine Gnade genügt, die in meiner Schwachheit Stärke mir gibt.
Ich geb dir mein Leben und was mich bewegt. Allein deine Gnade genügt.
Ich muss mich nicht länger um Liebe bemühn, ich habe Vertrauen zu dir.
Du hast meine Sünden getilgt durch dein Blut, und Gnade ist für mich genug.
Allein deine Gnade genügt, die in meiner Schwachheit Stärke mir gibt.
Ich geb dir mein Leben und was mich bewegt. Allein deine Gnade genügt.

Das Blut Jesu lässt mich gerecht vor dir stehn, es hat alle Schuld gesühnt.
Die Gnade hat über Gericht triumphiert, und nun bin ich frei in dir.
Allein deine Gnade genügt, die in meiner Schwachheit Stärke mir gibt.
Ich geb dir mein Leben und was mich bewegt. Allein deine Gnade genügt.

(von Horst Fix)

+++

Gottesdienst, gefeiert an Heiligabend 2015 in Stein

Fünf Flüchtlinge, zwei Grenzer

Begrüßung

Lied 27,1,2 und 6

Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,

in seinem höchsten Thron,

der heut schließt auf sein Himmelreich

und schenkt uns seinen Sohn,

und schenkt uns seinen Sohn.

Er kommt aus seines Vaters Schoß

Und wird ein Kindlein klein,

er liegt dort elend, nackt und bloß

in einem Krippelein, in einem Krippelein.

Heut schließt er wieder auf die Tür

Zum schönen Paradeis,

der Cherub steht nicht mehr dafür.

Gott sei Lob, Ehr und Preis,

Gott sei Lob, Ehr und Preis!

Cesari: Flucht nach Ägypten


Flüchtlinge kommen herein

F 1: Da, seht, ein Altar !

F 4: Eine aufgeschlagene Bibel ! Ein Zeichen Gottes ! Er gibt uns sein Wort, er kümmert sich um uns, er ist bei uns ! Und das alle Tage, wie er gesagt hat, er beschützt uns auf unserer Flucht, wir haben einen großartigen Gott ! Wir sind nie allein !

F3: Jemand muss das vorlesen und der Prediger muss uns seine Bedeutung näher erklären.

Alle (auch die Besucher) singen: 547

Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich,

der Herr erfreue sich seiner Werke !

Ich will singen dem Herrn mein Leben lang;

ich will loben meinen Gott so lang ich bin.(dreimal)

Dann: F1 liest vor: Mt 2,13 -16, 19-23

Als die Weisen aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen.

Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes..

Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte.

Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum in Ägypten und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und zieh in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben getrachtet haben. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich und kam in das Land Israel. Als er aber hörte, dass Archelaus in Judäa König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott und zog ins galiläische Land und kam und wohnte in einer Stadt mit Namen Nazareth…

Alle (auch die Besucher) singen : 943

Meine Hoffnung und meine Freude,

meine Stärke, mein Licht:

Christus, meine Zuversicht,

auf dich vertrau ich

und fürcht‘ mich nicht,

auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.(dreimal)

Poussin: Kindermord zu Bethlehem

F 4: Wie das alles passt ! Gott weiß genau, was mit uns los ist, er führt uns an einen sicheren Ort, er zeigt uns mit seinem Wort, dass er selber auch ein Flüchtling war, verfolgt von seinen Feinden !Und doch hat der Herr ihn und seine Eltern durch seinen Engel beschützt ! Aber, Prediger, warum wurde Jesus so verfolgt, warum wurden all diese Kinder umgebracht ?

F 5: König Herodes hatte Angst um seine Macht. Seine Berater hatten ihm gesagt, dass der neue König der Juden, der Messias, in Bethlehem geboren werden würde. Herodes war ein Sünder, hatte keinen Glauben an Gott und wollte weiter so leben wie bisher. Er war voller Angst, dass der Messias ihm seine Macht nehmen und ihn für seine Sünden bestrafen könnte. Also musste er alles versuchen, ihn zu töten – und man sieht an seinen Methoden – Massenmord an kleinen unschuldigen Kindern – welche Art von Charakter Herodes hatte. Doch Gott wusste davon und schickte Maria und Josef als Flüchtlinge für eine kurze Zeit nach Ägypten, solange bis sie wieder in ihre Heimat zurückkehren konnten, wenn der verbrecherische Diktator tot sein würde. Alles dasselbe –damals wie heute Auch wir sind eine Bedrohung für unsere sündigenden Machthaber, wir werden verfolgt – Jesus hat das schon vorausgesagt – und wir müssen fort aus unserer Heimat. Aber auch wir werden von Gott beschützt und auch wir werden wieder zurückkehren, wenn Gott es uns sagt, wenn die Diktatoren in unseren Heimatländern verschwunden sein werden.

F 1: Sag, Prediger, geht es bei Jesus, dem Messias, nicht um mehr als nur um lokale, nationale Politik, um weltliche Macht und Bosheit, um einen König der Juden?

F5: Natürlich, Du hast recht. Es geht um alles, es geht um alle Menschen und um all ihre Bedürfnisse. Leider musste Gott den Menschen aus dem Paradies vertreiben, da er ihm nicht gehorchte. Aber Gott liebt alle Menschen, er will, dass sie alle selig werden, also wieder zu ihm kommen, ins Reich Gottes, ins neue himmlische Paradies, um dort dauerhaft und umfassend glücklich zu sein. Deshalb hat er Jesus, den Messias geschickt, um die Menschen zu retten. Schon sein Name bedeutet Retter. Und sein ganzes Leben, sein Sterben und Auferstehen hier auf unserer Erde zeigen die Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen, aber auch seine Gerechtigkeit. Die Sünder bekämpfen ihn vehement, weil er ihnen den Spiegel vorhält und sie zur Umkehr auffordert. Denn sie wollen ihr falsches gottfeindliches Leben nicht aufgeben, sie lieben sich selbst und ihr sündiges Tun über alles.

Weil sie ihn und seine Gebote nicht anerkennen, weil sie ihn und auch uns, seine Anhänger, verfolgen, foltern, quälen, töten – ihr kennt das ja aus unserer Heimat, -deshalb werden sie- in der Ewigkeit auch nicht zu Gott kommen, er ist eben gerecht und bestraft die, die Böses tun, die damit partout nicht aufhören wollen, die nicht zu ihm umkehren wollen.

Tintoretto: Kindermord in Bethlehem


Aber auch alle anderen Sünder könnten nicht zu ihm kommen, hätten keine Chance darauf, für ewig in Herrlichkeit bei Gott zu leben, weil sie nicht vollkommen sind wie er und es aus eigener Kraft auch nie sein können. Wenn er nicht gnädig wäre und wenn er nicht am Kreuz für uns gestorben wäre – wir wären hilflos, auf ewig verloren. Am Kreuz zeigte er uns drastisch und eindeutig, unter großen Schmerzen in großem Leid seine Liebe und seine Bereitschaft, uns unsere Sünden zu vergeben, wenn wir zu ihm umkehren und versuchen, uns von unseren Sünden, die uns immer wieder passieren, immer wieder neu abzuwenden. Die Menschen müssen nun nur noch eines tun: sie müssen sich Gott zuwenden, ihm vertrauen, eine persönliche Bindung an ihn aufbauen, versuchen, seinen Willen zu erfüllen. Das habt ihr sicher schon gehört, das nennt man Glauben.

Dieser Glaube, dieses Vertrauen ist oft nicht leicht aufzubringen, wenn es einem – so wie uns gerade–nicht gut geht und wenn die andern, die Andersgläubigen und Nicht –Gläubigen, einen – mit Gewalt oder sozialem und psychischem Druck daran hindern wollen, Gott treu zu sein.

F4: Aber wer aufmerksam ist, der wird immer Zeichen Gottes wahrnehmen, -wie wir hier gerade !

F2: Genau, er wird erleben, dass ganz oft seine Gebete erhört werden, dass ihm immer wieder Hilfe und Trost zuteil wird – was uns unterwegs ja auch schon passiert ist. Wir haben gespürt, dass wir nicht allein sind, dass das Reich Gottes schon hier anfängt, dass Gott sich nicht erst im Jenseits um seine Leute kümmert sondern uns schon hier beschützt, uns gibt, was wir brauchen.

F5: Also Leute, dann wisst ihr auch: nicht Deutschland oder irgendein Land kann uns retten ! Nach Deutschland zu kommen, ist nicht unser Ziel, es ist nur eine Notlösung, bis wir wieder nach Hause können. Kein Deutschland, ja überhaupt kein Land – wie viel Wohlstand und Reichtum es dort auch geben mag,- bietet irgendeine Art von wirklicher Er-lösung, bietet irgendeinen Zugang zum wirklich umfassenden und dauerhaften Glück, zum Heil. Und auch wir selbst können uns nicht durch noch so viele und große Taten und Werke retten. Wir sind völlig von Gottes Gnade, von seiner Macht und Zuwendung, abhängig. R e t t u n g ist nur erreichbar durch die Hinwendung zu Jesus, unserem Retter und Erlöser.

El Greco: Salvator Mundi (Erlöser der Welt)

Sie beten zusammen Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte

Mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

Und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße

Um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal

Fürchte ich kein Unglück;

Dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch

Im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

Und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir

Folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause

des Herrn immerdar.

Stille

Lied 346,1-3

Such, wer da will, ein ander Ziel,

die Seligkeit zu finden;

mein Herz allein bedacht soll sein,

auf Christus sich zu gründen.

Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar,

sein heilger Mund hat Kraft und Grund,

all Feind zu überwinden.

Such, wer da will, Nothelfer viel,

die uns doch nichts erworben;

hier ist der Mann, der helfen kann,

bei dem nie was verdorben.

Uns wird das Heil durch ihn zuteil,

uns macht gerecht der treue Knecht,

der für uns ist gestorben.

Ach sucht doch den, lasst alles stehn,

die ihr das Heil begehret;

er ist der Herr, und keiner mehr,

der euch das Heil gewähret.

Sucht ihn all Stund von Herzensgrund,

sucht ihn allein, denn wohl wird sein,

dem, der ihn herzlich ehret.

Lied 929 O Wunder der Barmherzigkeit

O Wunder der Barmherzigkeit,

du Licht in meiner Nacht !

Ich war verirrt, dem Tod geweiht,

du hast mich heimgebracht.

Die Gnade hat mich aufgeschreckt,

aus falscher Sicherheit,

den Glauben dann in mir geweckt,

aus aller Angst befreit.

In Nöten, Mühsal und Gefahr

Hat Gnade mich bewahrt;

Ich weiß, sie führt mich wunderbar

Bis hin zur letzten Fahrt.

Wir werden einst nach dieser Zeit

Gott loben immerdar

Und rühmen die Barmherzigkeit

Die unsre Rettung war.


Tintoretto: Flucht nach Ägypten

F1: Nachdem wir nun wissen, was unser Ziel ist – wie werden sie uns dort behandeln ? Wie sieht es überhaupt aus, was sagt Gott zur Behandlung von Flüchtlingen ?

F5: Da müssen wir wieder in seinem Wort, in der Bibel, nachschauen.

F 3: Ich lese mal vor:

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt ! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihmdie Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben ? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet ? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen ? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

F1: Und ich lese Galater 6,10 und 1.Johannes 3,11,14-18;4.20,21

Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.

Denn das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang an, dass wir uns untereinander lieben sollen… Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer nicht liebt, der bleibt im Tod. Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger; und ihr wisst, dass kein Totschläger das ewige Leben bleibend in sich hat. Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt dann die Liebe Gottes in ihm ? Meine Kinder, lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und der Wahrheit.

Wenn jemand spricht: ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.

F 3: Das überrascht mich jetzt aber ! Heißt das, wir sollen nur unsere Brüder lieben? Sollten wir uns nicht so verhalten wie der barmherzige Samariter, der einem Fremden Gutes tat, sollen wir nicht ganz allgemein unseren Nächsten lieben ?

F5: Du hast recht, diese Anweisungen meinen nicht, dass wir n u r unsere Brüder(und natürlich unsere Schwestern) lieben sollen, aber sie meinen schon, dass sich unser Glaube zuerst darin zeigt und bewährt, wie wir mit ihnen umgehen. Das werden die Christen in Deutschland hoffentlich auch wissen und dementsprechend handeln. Vielleicht könnten einige der Muslime ja doch in die reichen muslimischen Staaten gehen, so dass die Christen in Europa sich intensiver um ihre Brüder kümmern können. Ich habe gehört, dass zur Zeit viel zu viele Menschen nach Deutschland kommen und man dem einzelnen –ob nun Muslim oder Christ – deshalb gar nicht so helfen kann, wie es nötig wäre.

F2: Zum Samariter kann ich euch was sagen: seine Situation ist eine eher spezielle: in großer Not muss jedem geholfen werden, auch dem Fremden, dem völlig Unbekannten. Hier ist aber auch das Wie interessant: Nachdem der Samariter der größten Not abgeholfen hat, geht er wieder weiter, er nimmt den Verletzten nicht zu Hause bei sich auf. Er kümmert sich also zunächst in der Not, aber später eher von Ferne, durch Geld. Und er überlässt dem Wirt die weitere Pflege. Wenn sie in Deutschland klug sind, werden sie das tun, was der Samariter getan hat und sie werden das von uns erwarten, was wir auch tun wollen: sie werden uns in unserer Not helfen und sie werden dabei helfen, dass Krieg und Terror, dass Verfolgung wegen unseres Glaubens in unserer Heimat aufhören. Dann werden wir – wenn es endlich möglich ist – wieder dorthin zurückgehen, um sie aufzubauen. Wir sind schließlich Flüchtlinge und nicht Einwanderer, was – so hörte ich- in Deutschland von einigen verwechselt wird. Wären wir Einwanderer, dann müsste man auf andere biblische Anweisungen – vor allem aus dem Alten Testament –als Hinweise zurückgreifen, wenn man wissen will, wie man sich verhalten soll: der Fremdling ist dort zum einen hochgeschätzt(die Juden waren ja vor ihrem Auszug aus Ägypten selber Fremdlinge), zum andern muss er sich aber den Regeln der Einheimischen unterordnen, vor allem den Regeln, die ihren Glauben betreffen. Das wird den muslimischen Flüchtlingen, die ja zur Zeit noch in größerer Zahl als wir unterwegs sind, bestimmt nicht leichtfallen. Und wenn die Deutschen richtige Christen sind, dann wissen sie, dass Sattheit, Wohlstand und Reichtum nicht die wichtigsten Lebensziele sind, sie wissen was die richtige Art von Hilfeleistung ist. Sie werden den Muslimen die Botschaft Jesu, das Evangelium vom Reich Gottes, nahebringen, sie werden ihre Nächsten lieben, indem sie sich um deren Seelenheil kümmern. Unter den Muslimen sind ja viele, die von ihren eigenen Glaubensbrüdern drangsaliert wurden und deshalb offen für die christliche Botschaft der Liebe sein könnten.

F4: Ja die Muslime. Man muss ihnen in Liebe begegnen, aber man darf auch nicht zu naiv sein. Vor einigen muss man sich wirklich in acht nehmen, grad vor denen, die ihren Koran ganz ernst nehmen. Viele sind aber auch selbst Opfer – allerdings nicht unsere, sondern die ihrer eigenen Brüder, vor allem, wenn die ihren Propheten wirklich ernst und als Vorbild nehmen. Ich glaube, wir sind für die Welt nicht so gefährlich wie die, wenn wir unsre Bibel ernst und Jesus zum Vorbild nehmen und ihm nachfolgen.

F 2: Weißt du noch, als sie unsere Glaubensgeschwister vom Schiff ins Mittelmeer warfen ? Oder die vielen terroristischen Anschläge ! Da muss man schon intensiv an die Gerechtigkeit Gottes und an sein Gericht glauben, um nicht zurückzuschlagen.

F3: Ich hab gehört, in den Flüchtlingslagern geben diese Leute, die uns zu Hause zu Bürgern zweiter Klasse machten, die die Christen und auch viele Muslime in vielen vielen Ländern verfolgen, unterdrücken und terrorisieren und die auch uns verfolgten und alles wegnahmen, schon wieder den Ton an !

F1: Seht, da kommen zwei Grenzbeamte, die werden wir mal fragen, wie das in Deutschland so zugeht, vielleicht ist ja alles nicht so schlimm, vielleicht sind es Christen, vielleicht haben in Deutschland ja unsere Leute einigen Einfluss !?

Stille

Lied 412,1,2,7,8

So jemand spricht: Ich liebe Gott

Und haßt doch seine Brüder,

der treibt mit Gottes Wahrheit Spott

und reißt sie ganz darnieder.

Gott ist die Lieb und will, dass ich

Den Nächsten liebe gleich als mich.

Wer dieser Erde Güter hat

Und sieht die Brüder leiden

Und macht die Hungrigen nicht satt,

lässt Nackende nicht kleiden,

der ist ein Feind der ersten Pflicht

und hat die Liebe Gottes nicht.

Was ich den Armen hier getan,

dem Kleinsten auch von diesen,

das sieht er, mein Erlöser, an,

als hätt ich’s ihm erwiesen.

Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein

Und Gott in Brüdern nicht erfreun ?

Ein unbarmherziges Gericht

Wird über den ergehen,

der nicht barmherzig ist, der nicht

die rettet, die ihn flehen.

Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist

Ein Herz, das dich durch Liebe preist.

Tiepolo: Ruhe auf der Flucht nach Ägypten

Grenzer 1: Kommt, kommt, kommt in unser Land, seid willkommen ! Wir freuen uns! Endlich Vielfalt , Weite und Buntheit in unserem Land, endlich bekommt Deutschland das Aussehen und vor allem auch das Ansehen, das es verdient ! Wir freuen uns über die Bereicherung durch euch !

Grenzer 2: Nun fang dich mal wieder ein ! Du hast ja nicht mal ne Ahnung, wo du die vielen Leute hintun sollst, du winkst nur immer alle herein, aber du kümmerst dich kein bisschen um die Wirklichkeit. Wenn man so viele Menschen ins Land lässt, dann muss man doch auch die Manpower haben, um sie anständig versorgen zu können, und das heißt nicht nur wie im Altenheim satt und sauber, da braucht es eine Riesenmenge an Betreuern, die liebevoll für das Wohlergehen derer sorgen, die kommen ! Alles andere ist absolut verantwortungslos. Du benimmst dich wie ein Traumtänzer.

Grenzer 1: Wir schaffen das ! Kommt, wir praktizieren christliche Nächstenliebe, wir retten euch !

Grenzer 2: Mit solchen Sprechblasen hilfst Du keinem ! Wärst du wenigstens ein ehrlicher Helfer , der die Leute aufnimmt, weil er seinen Nächsten liebt ! Du vergisst bei deiner Nächstenliebe schon gleich mal, dass nicht nur der Flüchtling dein Nächster ist, sondern auch der Einheimische. Und die Flüchtlinge liebst du auch nicht als Nächste, um ihrer selbst willen ! Du willst sie vielmehr für deine Zwecke benutzen, dir geht es doch zuerst um die Rentenkasse, um den Facharbeitermangel, um die Bekämpfung der Überalterung der Gesellschaft oder um zukünftige Konsumenten und gar nicht um die konkreten Menschen . Kinder, die wir nicht mehr bekommen, bekommen nun die Flüchtlinge für uns, Nachfrage, die bei uns fehlt, schaffen die Neuankömmlinge für uns, sie erzeugen Wohlstand und Wachstum. D a s glaubst Du !

Und sie erzeugen Wachstum für dein Ego – wir sind mal wieder die Größten, wir Deutschen habens den andern gezeigt, wir haben die beste Moral. Nur wir allein wissen natürlich, wie man wirklich in multikultureller Vielfalt zusammenlebt ! Die andern müssen das erst noch mühsam von uns lernen ! Und was wir wollen, das können wir auch !

Solche Selbstüberschätzung und Selbstbeweihräucherung, solche Gottvergessenheit, das ist eine der Hauptsünden des Menschen. Irgendwie scheint die christliche Kultur der Demut nicht mehr zu existieren ! Wir schaffen das, wir retten das Klima, wir retten alle Flüchtlinge, wir retten die Welt, Yes we can – das sind keine Äußerungen von echten Christen, das ist faktenblinde Hybris. Christen glauben nicht, die Welt retten zu können (oder überhaupt zu sollen), glauben nicht, dass sie im Diesseits, hier auf dieser Welt, das Reich Gottes, das Paradies erschaffen können. Und wir glauben auch nicht daran, dass wir uns selbst durch gute Werke erlösen und retten können, nicht daran, dass Gott uns ganz sicher erlösen m u s s , weil w i r so viel Gutes tun! Wir wissen, dass wir Sünder sind und nie genug Gutes tun können, dass wir auf Gottes Gnade angewiesen sind.

F5: Was ist denn mit euch los ? Ihr seid ja völlig uneinig, vollkommen zerstritten !

Grenzer 2: Also ich weiß nicht, der da verwendet zwar christliche Begriffe, aber er scheint völlig abgedriftet zu sein in Ideologien. Damit hilft er niemand ! Christen achten Recht und Gesetz, aber seit längerem gilt hier an der Grenze Anarchie, die Gesetze werden nicht mehr beachtet, kein Parlament hat das beschlossen, kein Bürger wurde gefragt – und keinen scheint es zu stören. Christen stehen ein für Ehrlichkeit, aber dieser da sagt Nächstenliebe und meint Ausnutzen, er sagt Flüchtlinge und meint Einwanderer, er verspricht allen alles (ohne die hohen Erwartungen, die er weckt, jemals erfüllen zu können), er verschweigt die Probleme, die Flüchtlinge machen und attackiert die, die darauf hinweisen.

Grenzer 1: Sei still, das ist keine Willkommenskultur ! Diese Leute werden uns bereichern ! Wer so redet wie du, dem sollte man den Mund verbieten, du bist ein Fremdenfeind, ein rechter Hetzer und Hassprediger , man muss dich anzeigen !

Grenzer 2: Nun mal schön langsam. Blas dich nur nicht so auf mit deiner Intoleranz. Reden wir mal über Inhalte, falls du das kannst.

F4: Ja Leute, könnt ihr euch nicht vernünftig, sachlich und respektvoll, nicht brüderlich wie Christen – auseinandersetzen ? Wenn wir in ein solches Land kommen, wo sich schon die Grenzbeamten so zerstreiten, wo Recht und Gesetz nicht beachtet werden, wo geplante Flüchtlingsheime brennen, dann sind wir ja wieder nicht sicher. Dann gilt letztlich das Recht des Stärkeren, so wie bei uns zu Hause !

Grenzer 1: Da darf man nicht so kleinlich sein, wo gehobelt wird, da fallen eben auch Späne – und Brandstifter, das sind doch die andern ! Not kennt kein Gebot, man kann kaum so viele Millionen Menschen retten, wie wir wollen, wenn man immer nur nach Recht und Gesetz schaut. Dies ist eben ein Ausnahmezustand. Und Deutschland ist nun endlich mal ein Vorbild für die anderen, die ja gar nichts tun. Deutschland muss –nach seiner Nazi-Geschichte – allen Fremden helfen, es muss !

F3: Auch das kennen wir schon von zu Hause ! Ausnahmezustand, alles immer für das Gute, für die Nation und die Bösen, das sind die andern – so behaupten es auch unsere Diktatoren !

Grenzer 2: Fragt ihn mal, wie er alle Fremden retten will, wie er es sich vorstellt, alle Menschen hier aufzunehmen statt ihre Heimatländer wieder bewohnbar zu machen. Alle aufzunehmen, denen es schlechter geht als den Deutschen –das wären ja wohl mehr als 6 Milliarden ! Jesus lobt die Klugheit, und um den Menschen wirklich helfen zu können, muss man Jesu Rat folgen und versuchen, den Nächsten auf kluge Weise zu lieben, nur das hilft ihm wirklich. Gerade an dieser christlichen Tugend mangelt es aber zur Zeit in unsrem Land.

Stille

Lied 905

Das Höchste meines Lebens ist:

Dich kennen, Herr !

Dich kennen mehr und mehr,

dich kennen mehr und mehr.

Das Höchste meines Lebens ist :

Dich kennen Herr !

Das Höchste meines Lebens ist:

Dich lieben , Herr !

Dich lieben mehr und mehr,

dich lieben mehr und mehr.

Das Höchste meines Lebens ist:

Dich lieben , Herr.

Das Höchste meines Lebens ist:

Dir dienen, Herr !

Dir dienen mehr und mehr,

dir dienen mehr und mehr.

Das Höchste meines Lebens ist:

Dir dienen, Herr…


Orazio Gentileschi:Ruhe auf der Flucht nach Ägypten

F5: Und, Grenzbeamter, sag uns: wie steht es bei euch mit dem Islam, sind wir in Deutschland sicher vor Terroristen, Unterdrückern und Verfolgern aus dieser Religion ?

Grenzer 1: Da müsst ihr wohl noch dazulernen .Wir hier pflegen den Dialog mit dem Islam, der ja eine Religion des Friedens ist. Der oberste Vorsitzende unserer Kirche engagiert sich im Münchner Forum für Islam, das für die Stärkung der islamischen Identitä arbeitet – der ist nicht so engstirnig wie ihr oder manche traditionalistische Christen, der stärkt den Islam, der hat keine Angst vor ihm.

F1: Wir schon. Wir haben es erlebt, dass Muslime uns – und ihre eigenen Leute -terrorisiert haben, zu Hause, auf der Flucht und sogar in Asylantenunterkünften !

Grenzer 1: Das sind sicher ganz seltene und unrepräsentative Einzelfälle. Ihr müsst allerdings auch selber dialogfähig sein und nicht immer und überall auf eurem Christentum bestehen und womöglich noch unter den Muslimen missionieren wollen. Das geht gar nicht. Schließlich glauben wir doch an denselben Gott.

Grenzer 2: Das ist doch Unsinn.

F5: Wirklich kompletter Unsinn. Allah hat keinen Sohn, aber für uns ist Jesus, der Sohn Gottes, der Weg, die Wahrheit und das Leben. Davon werden wir nicht abgehen. Und:

Christen geht es um das Seelenheil der Menschen, deshalb kann Nächstenliebe nicht nur materiell verstanden werden, dem andern muss auch der Glaube nahegebracht werden, das ist die wichtigste Tat der Nächstenliebe: Menschen zu Jesus bringen, das ist wirkliche Rettung und die von ihren eigenen Glaubensgenossen verfolgten Muslime sind dafür bestimmt offener als die in ihren Heimatländern.

Grenzer 1: Wenn ihr so fundamentalistisch und dogmatisch seid, weiß ich nicht, ob ihr bei uns gut aufgehoben seid. Solche Intoleranz, Diskriminierung und Zwangsmissionierung ist in einer modernen offenen, von Vielfalt und Pluralismus geprägten Gesellschaft auf gar keinen Fall tragbar.

Grenzer 2: Kommt lieber in meine Gemeinde, da sind wir noch so altmodisch, dass wir an den dreieinigen Gott glauben. Da halten wir uns tatsächlich noch an Fundamentales: klar ist für uns, dass nicht der Pluralismus und vielfältige Beliebigkeit herrschen darf, sondern dass es Wahrheit gibt, dass die Bibel Gottes Wort ist und wir uns nicht selber retten können, sondern Jesus unser Retter ist. Da in unserer Gemeinde feiern wir seine Geburt an Weihnachten und bezweifeln nicht seine Auferstehung an Ostern (wie die Muslime und inzwischen auch viele, die sich Christen nennen), da glauben wir, dass wir ohne seine Gnade verloren sind, da leben wir eine persönliche Bindung mit ihm und halten so altbackene Konzepte wie Sünde und Umkehr noch für richtig. Und da möchten wir diese frohe rettende Botschaft an alle Menschen weitergeben – den Missionsauftrag, den uns Jesus gab, also erfüllen. Wenn euch solch scheinbar unmodernes und vorgestriges Denken und Handeln gefällt, dann kommt zu uns. Wir würden uns darüber sehr freuen und versuchen, uns um euch, unsere Brüder – so gut wir können –intensiv und verantwortungsvoll zu kümmern. Wir sind wirklich offen, offen für das, was ihr glaubt, offen für eure Probleme, offen für die Vielfalt eurer Gaben und Impulse,

Alle Flüchtlinge: Wir kommen mit Dir !

F 5: Wir glauben, dass dort noch – jenseits von Willkommens-Sprechblasen -das echte Christsein lebt, ehrlich, demütig, Recht und Gesetz achtend, klug und verantwortungsvoll, missionarisch gesinnt, , den Bruder, den Fremden, den Nächsten –nicht nur mit Worten –aufrichtig liebend. Dort wird auch der Sinn und die Bedeutung von Weihnachten noch verstanden – die Feier der Geburt Jesu, des einzigen, der uns retten kann, der uns den Weg zum umfassenden Glück bereitet hat und immer wieder neu bereitet.

Dort gilt noch der Satz: nicht Deutschland, nicht Merkel, nicht Menschen retten uns, auch nicht wir selbst, sondern Jesus allein.


El Greco: Salvator Mundi (Erlöser der Welt)

Lied 36, 1,789

Fröhlich soll mein Herze springen

Dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen.

Hört, hört, wie mit vollen Chören

Alle Luft laute ruft:

Christus ist geboren !

Die ihr schwebt in großem Leide,

sehet, hier ist die Tür zu der wahren Freude;

fasst ihn wohl, er wird euch führen

an den Ort, da hinfort

euch kein Kreuz wird rühren.

Wer sich fühlt beschwert im Herzen,

wer empfind’t seine Sünd und Gewissensschmerzen,

sei getrost; hier wird gefunden,

der in Eil machet heil

die vergift’ten Wunden.

Die ihr arm seid und elende,

kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände.

Hier sind alle guten Gaben

Und das Gold, da ihr sollt

Euer Herz mit laben.

O du fröhliche

O du fröhliche, o du selige,

gnadenbringende Weihnachstzeit !

Welt ging verloren, Christ ist geboren:

Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit !

Christ ist erschienen, uns zu versühnen:

Freue, freue dich, o Christenheit !

O du fröhliche, o du selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit !

Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:

Freue, freue dich, o Christenheit !

Segen

(von Horst Fix)